Freitag, 25. November 2011

Stille



Bei mir zu Hause sein,


dies ist etwas das mir immer wichtiger wird. 
Wenn ich durch meine geliebte Heimatstadt laufe, spüre ich nach 3-4 Stunden ein Unwohlsein. Es hat eine Weile gedauert, bis ich merkte, es liegt an der Reizüberflutung. 
Wenn ich Gäste habe, ( ich mag es sehr), spüre ich, wenn diese wieder weg sind, wie weit ich mich von mir entfernt habe, und sehr nah beim Anderen war. Dann dauert es eine Weile bis ich mich wieder selbst gefunden habe, wieder mit mir im Kontakt bin.


Was heißt es denn bei mir zu Hause zu sein?
Stille- sie ist eine liebe "Freundin" geworden im Laufe der Zeit. Sie macht es möglich, dass ich hinhören kann.
Was braucht mein Körper (mehr Bewegung), was braucht mein Herz,mein Verstand meine Seele?
Im Lärm der Ablenkung kann ich das nicht wahrnehmen, nicht hören.In einem überwiegend fremd bestimmten Leben, kostet es Kraft und den Willen, sich täglich etwas Stille zu schenken.


Die besinnliche Zeit steht vor der Tür-das bekommen wir seit Wochen erzählt.
Auf was bitte soll ich mich besinnen, in dieser Konsumwelt? 
Das ich das richtige Geschenk kaufe?
Das es in  diesem Jahr um den Tannenbaum durch die lange Trockenheit schlecht bestellt ist? Was tun?
 Wer kommt wann an welchen Tagen, und hoffentlich gibt es keinen Streit?
Wenn ich doch nur alle Arbeit erledigt bekomme bis dahin.


In meiner Praxis fallen Sätze, ach- ich wünschte es wäre schon alles vorbei, damit wieder Ruhe einkehrt.
Was für eine ver-rückte Welt, die Zeit der Stille, zu einer Zeit der Raserei zu machen.


Kommen wir doch zu uns selbst nach Hause,laden wir uns ein, gönnen wir uns doch der liebste Gast bei uns selbst zu sein, wie schön kann ankommen, nach Hause kommen sein.


C.v.Lerch